Warum scheinen „Time-to-Market“ und Softwarequalität für Mobile Computing ein Widerspruch?

Mrz 13, 2013 | CIO Wissen

Seit der Erfindung des iPhones erleben mobile Geräte einen enormen Vertriebsschub. Der Ansatz, Geräte, Entwicklungsplattformen und Marktplätze für Apps als Paket zusammen zusammenzuführen (so dass jeder neue Anwendungen entwickeln und verkaufen kann), hat einen enormen Innovationsschub ausgelöst.
 

Gelegenheit für Mobile: Umsatzerlöse verlassen den PC-Markt

Gleichzeitig haben die Umsatzzahlen des PC-Markts einen enormen Einbruch erlebt. Im Jahr 2012 beispielsweise mehr als 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es ist leicht vorstellbar, dass die Spieler im Markt für mobile Endgeräte hart um jene Einnahmen kämpfen, die den PC-Markt verlassen. Jeder Hersteller versucht, das größte Stück vom Kuchen zu bekommen. Diejenigen, die in der ersten Liga spielen wollen, müssen eine hohe Innovationsgeschwindigkeit haben. „Time-to-Market“ ist hier einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren.

Wie bereits erwähnt, wird der Mobile-Boom – im Vergleich zum PC-Markt – durch neue Technologien mit vermeintlich geringerem Reifegrad angeheizt. Es beginnt mit den Hardware-Komponenten und überträgt sich auf die Betriebssysteme mit ihren Entwicklungswerkzeugen und neue Code-Bibliotheken.
 

Sicherheitslücken häufen sich im mobilen Bereich

Es ist verständlich, dass sich in dieser Konstellation Schwachstellen bei Software-Sicherheit und -Qualität einschleichen. Eine schnelle Markteinführung wird angestrebt, um nicht das Zeitfenster für Geräte und Apps zu verpassen. Entsprechend häufen sich die Berichte über Schwachstellen:

Wenn man sich die Berichte über diese Sicherheitslücken anschaut, stellt sich die Frage: Wie ist es möglich, dass namhafte Hersteller nicht in der Lage sind, Produkte auf den Markt zu bringen, die sicher für die Nutzer sind?
 

Zeitdruck führt wahrscheinlich zu Qualitätsabstrichen

Nun, die Antwort auf diese Frage ist komplex und alle Gründe zu erklären, würde den Rahmen dieses Blogbeitrags sprengen. Jedoch kann ein Grund dafür sein, dass aufgrund des Erfolgsfaktors „Time-to-Market“ und der unheimlichen Dynamik im Mobile-Markt, die Hersteller das Gefühl haben, entscheiden zu müssen, ob sie ihre Ressourcen für die Entwicklung neuer Funktionen oder zur Qualitätssicherung verwenden.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Natürlich investieren die Anbieter in Software-Qualität, sonst gäbe es noch viel mehr Artikel über Sicherheitslücken, aber wenn die Lieferfrist näher rückt und die Features der neuen Version noch nicht fertig sind, werden die Prioritäten in der Hitze des Gefechts immer wieder in Richtung Funktionalität verschoben. Das ist paradox, da die Schließung von Sicherheitslücken nachdem sie festgestellt wurden und der erleidete Imageschaden viel teurer sind, als von Anfang an Aufmerksamkeit auf Qualität zu setzen.
 

Im Mobile-Bereich fehlt es an einer geeigneten Software-Qualitätsanalyse-Software

Eine andere Erklärung für die fehlende Softwarequalität ist, dass komplexe Software und Hardware-Technologien für mobile Geräte verwendet werden. Aber Tools und Methoden zur Qualitätsanalyse entsprechend oft nicht den aktuellen Ergebnisse der Forschung und ihnen fehlt die notwendige Umsetzung als Software-Qualitätsanalyse-Software.

Aber genau das ist die Auflösung des angeblichen Zielkonflikts zwischen Time-to-Market und der Vermeidung von Imageschäden: Code-Analyse mit modernen Methoden und deren Umsetzung in Software-Qualitätswerkzeugen können Software-Schwachstellen in einer halbautomatischen Weise erkennen und beraten, auf welche Software-Einheiten das Testing vor dem Roll-out konzentrieren werden sollte. Auf diese Weise werden Bugs und Sicherheitslücken gleichzeitig beseitigt und wertvolle Ressourcen können auf den Abschluss der wettbewerbsrelevanten Funktionen konzentriert werden, um das Time-to-Market zu erfüllen.

Um mehr über aktuelles Software-Qualitätsmanagement zu erfahren, lesen Sie bitte auch unseren Blogbeitrag „Wie weit könnten Sie mit verbundenen Augen fahren?“.

Pin It on Pinterest