Seerene startet Zusammenarbeit mit SAP

Feb 10, 2014 | Neuigkeiten

Standard Enterprise Software wie etwa Enterprise Resource Planning (ERP) Systeme tendieren dazu, in vielerlei Hinsicht komplex zu sein. Diese können Tausende Datenbank-Tabellen, Hundertausende Klassen und Millionen Codezeilen umfassen. Hinzu kommt, dass der Betrieb von Geschäftsprozessen Tausende Software-Komponenten miteinander verbindet. In vielen Fällen benötigen groß angelegte Entwicklungsprojekte viele Jahre und erfordern die Zusammenarbeit von verteilten Teams rund um den Erdball, was solche Systeme zu unschätzbaren Repositorien von geschäftskritischem Wissen macht. Aufgrund dieser Zusammenhänge werden solche Enterprise Systeme zu komplex, um von einem Individuum noch verstanden werden zu können.

Ein gemeinsames Projekt der Seerene GmbH und der SAP AG adressiert diese Herausforderung, indem moderne Visualisierungsmethoden angewendet werden sollen, um das Verständnis und die Analyse selbst großer Mengen zusammenhängender Daten und Software-Komponenten zu erleichtern. In enger Zusammenarbeit mit dem Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik und dem Potsdamer Unternehmen Seerene GmbH fokussiert sich das SAP-Projekt auf drei unterschiedliche Szenarios: 1. Datenbank-Visualisierung, 2. Source-Code-Visualisierung und 3. die Visualisierung von Code-Abhängigkeiten.
 

1. Datenbank-Visualisierung von SAP HANA Runtime-Informationen

Typische Anwender dieses Szenarios sind SAP-HANA-Administratoren und Architekten, die das dynamische Speicherverhalten von HANA beim Betrieb oder bei der Prüfung verstehen müssen. Sie interessieren sich für das Monitoring der Speichernutzung verschiedener Tabellen im System oder für die Wirkung von spezifischen Anfragen auf die Speichernutzung. Die von Software Diagnostics zum Projekt beigesteuerten Visualisierungs-Tools unterstützen eine dreidimensionale Darstellung der Datenbank, in der Anomalien leicht erkannt und interaktiv erkundet werden können. Darüber hinaus unterstützen diese die Analyse detaillierterer Informationen, wie zum Beispiel SQL-Abfrage-Pläne und Kontextinformationen. Um die Visualisierung von Live-Monitorings der oben genannten Datenbank-Performance-Indikatoren zu ermöglichen, entwickelt das gemeinsame SAP-Projekt Prototypen auf Basis modernster Forschungsmethoden in der Softwarevisualisierung, wie Sunburst, Dust & Magnet und Glyphs. Die Prototypen unterstützen den explorativen Charakter des Anwendungsfalls durch die Bereitstellung von Tools für die Aggregation und Abstraktion der Metriken.
 

2. Source-Code-Visualisierung von Enterprise Software

Ein ABAP-Entwickler muss viele Metriken genau im Blick behalten, darunter etwa Programmier-Konventionen, den Code-Stil, Abhängigkeiten zwischen Modulen, die Commit-Historie sowie einige mehr. Er muss verstehen, wo solche Aktivitäten und Probleme auftreten, um sie an seine Kollegen oder Manager kommunizieren zu können. Die Visualisierung unterstützt beim Auffinden kritischer Wendepunkte innerhalb der Software-Architektur und im Entwicklungsprozess, um die technische Kommunikation und den Entscheidungsprozess im Team zu erleichtern.

In diesem Anwendungsszenario ist die existierende Visualisierung für hierarchische Knoten-Verbindungs-Diagramme evaluiert, adaptiert und kombiniert worden, um maßgeschneiderte Werkzeuge für Entwickler hervorzubringen. Insbesondere zwei bekannte Probleme innerhalb der Layout-Algorithmen bestehende Visualisierung müssen behoben werden: Skalierbarkeit und räumliche Stabilität. Die Visualisierung arbeitet an strukturellen statischen Systeminformationen.
 

3. Visualisierung von Abhängigkeiten

Um Refactorings in komplexen Unternehmenssoftware-Systemen durchzuführen, beispielsweise in der SAP Business Suite, müssen System-Architekten in der Lage sein, verschiedene Attribute auf einer Softwarelandschaft anzuzeigen, Abhängigkeiten aufzuspüren und mit möglichen Auswirkungen auf interaktive Weise zu experimentieren. Die Visualisierung unterstützt eine konfigurierbare Attributzuordnung sowie interaktive Experimente mit dem System.

Um die Sache noch komplizierter zu machen, kann die Strukturierung der Systemkomponenten unterschiedlich und mit mehreren orthogonalen Strukturen gleichzeitig definiert werden. Während die Visualisierung auch für hierarchische Knoten-Verbindungs-Diagramme funktioniert, ist es wichtig, eine konsistente Benutzererfahrung zu gewährleisten, wenn mit verschiedenen Strukturen parallel gearbeitet wird.

Aus Sicht der Forschung, untersucht das SAP-Projekt, wie die Visualisierung für Knoten-Verbindungs-Diagramme (wie die kreisförmige Bündel-Ansicht) verwendet werden kann, um eine konsistente Was-wäre-wenn-Analyse mit Drag-and-Drop auf mehreren orthogonalen Strukturen zu ermöglichen. Insbesondere die Auswirkungen von bei interaktiven Experimenten angewendeten Änderungen müssen sich im Rahmen aller gegebenen Strukturdefinitionen widerspiegeln.

Eine Beschreibung des gemeinsamen Software-Visualisierungs-Projekts von SAP und Software Diagnostics findet sich darüber hinaus auch auf der SAP-Seite.

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