10 Gründe, in Software-Qualität zu investieren

Jan 14, 2013 | CIO Wissen

Wenn es um knappe Fristen und Budgetkürzungen geht, sind Projektmanager in der Regel geneigt, Opfer bei Softwaretests und Qualitätsmanagement zu machen, da diese nicht so fühlbar wie Funktionalitäten und Features sind. Deshalb liefert dieser Blogartikel 10 Gründe, warum Abstriche bei der Software-Qualität ein Spiel mit dem Feuer sind, das Ihr Unternehmen schwer treffen könnte.
 

1. Softwarefehler kosten Börsenhändler 440 Millionen Dollar in 45 Minuten

Die neu installierte Software von einem Handelsunternehmen verursachte einen Schaden von 440 Millionen US-Dollar innerhalb von 45 Minuten nach dem Kauf und Verkauf von großen Mengen von mehr als hundert verschiedenen Sorten von Aktien. Ein fehlerhafter Software-Algorithmus kaufte kontinuierlich Anteile zum Marktpreis und verkauft sie sofort wieder zum gerade angebotenen Preis; dies führte zu einem Verlust von mehreren Cent für jede Transaktion. Durch die erhöhte Anzahl der Transaktionen, stiegen die Preise der Aktien schnell. Für den Börsenhändler führte dies zu einem Verlust von mehr als 440 Millionen Dollar, da zeitweise überbewertete Aktien zu einem niedrigeren Preis wieder verkauft werden mussten.
 

2. Ein Unternehmen musste seinen Börsengang verschieben

Eine Börsenunternehmen war gezwungen, seinen Börsengang auf dem hauseigenen Handelssystem abzubrechen. Der Grund war ein tadelnswerter Computer-Fehler, der ernste technische Fehler auf der eigenen Handelsplattform des Unternehmens verursachte. Dies geschah unmittelbar, weil es nicht möglich war, in der üblichen Routine fortlaufend den Handel der Anteile zu gewährleisten und führte zu einem Halt des Handels noch bevor dieser tatsächlich begann.
 

3. Hindernisse beim Börsengang eines Social-Media-Riesen

Aufgrund von Softwarefehlern betrafen Technologieprobleme auch den Handel von Aktien eines großen Social-Media-Portals. Das System konnte keine Bestellungen bearbeiten. Betroffen waren von dieser Panne nicht weniger als 30 Millionen Aktien.
 

4. Usability-Probleme bei der US-Wahl 2012

Computerabstürze führten zu weit verbreiteten Beschwerden bei den US-Wahlen 2012, nachdem Bürger über zahlreiche Probleme mit den Wahlmaschinen berichteten. Bei der Verwendung des Touch-Screens war ein Fehler aufgetreten. Das System veränderte automatisch die Kandidatenauswahl und deaktivierte die Möglichkeit, den Kandidaten wieder zu ändern.
 

5. Softwarefehler einer Fluggesellschaft führte zu gestrandeten Reisenden

Im vergangenen Jahr führte ein Computerfehler bei einer US-Fluggesellschaft dreimal in Folge zu Chaos unter tausenden Reisenden. Flüge wurden zum Teil um Stunden verzögert. Ein Fehler in der Passagier-Software führte zu Hunderten von Flugverspätungen. Ein zweistündiger Systemausfall verzögerte 636 von 5.679 Linienflügen. Zehn Flüge wurden vollständig gestrichen.
 

6. Unzureichendes Sicherheitspersonal bei Sportveranstaltung

Im vergangenen Sommer verursachte ein Computerproblem eine falsche Berechnung der erforderlichen Sicherheitsteams für ein internationales Ereignis. Die falsche Einsatzplanung führte dazu, dass Soldaten als Wachleute einspringen mussten.
 

7. Enorme Störung des neuen US-Steuersystems

Nach einer Aktualisierung ihrer Software-Systeme, die insgesamt mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar kosteten, hatten die US-Steuerbehörden mit erheblichen Problemen bei der Steuererstattung zu kämpfen. Bei der Bearbeitung der elektronisch übermittelten Erstattungsanträge gab es erhebliche Verzögerungen. 85 Prozent der Rückzahlungen verspäteten sich um 23 Tage oder mehr.
 

8. Spieler verliert Gewinn an einen Computervirus

Ein Spieler, der geglaubt hatte, über eine Million Dollar gewonnen zu haben, ging am Ende eines Gerichtsverfahrens leer aus, trotz seines überraschenden Gewinns bei einem Online-Spiel. Ein Softwarefehler hatte die Gewinnsumme deutlich höher angezeigt, als diese in Wirklichkeit war. Da dieser Ausnahmefall von den Geschäftsbedingungen des Online-Spiels abgedeckt war, konnte der Spieler keine Rechtsansprüche auf den zunächst angezeigten Gewinn geltend machen.
 

9. Elektrizitätsrechnungen wurden zu spät und falsch versendet

Ein australischer Energieversorger übermittelte Tausenden seiner Kunden Zahlungserinnerungen, die aufgrund eines Computerfehlers noch keine Fälligkeit erreicht hatten. Unterdessen zog ein deutscher Energieversorger bei 94.000 seiner Kunden zu viel Geld ein. Der Grund dafür war ein Software-Fehler, der Terminierungsgebühren ohne Ursache berechnete. Dies kostete den Anbieter rund 1,7 Millionen Euro Vergütung.
 

10. Schaltjahr bringt Zahlungssysteme zum Erliegen

Ein Fehler in den Cloud-Computing-Services eines führenden multinationalen Unternehmens beeinflusste sowohl Regierungen als auch die Verbraucher aufgrund des zusätzlichen Tags am 29. Februar 2012. Die gleiche Art von Fehler führte zu einem Stillstand eines australischen Krankenversicherungs-Zahlungssystems. Mehr als 150.000 Patienten konnten die Zahlungsfunktion ihrer privaten Krankenversicherungskarte für zwei Tage nicht nutzen.
 

Investitionen in Software-Qualität sind erforderlich

Allein diese zehn Praxisbeispiele machen schnell deutlich, warum es eklatant wichtig ist, in Software-Qualität zu investieren. Ein ungemein hilfreiches Werkzeug bei der dazu notwendigen Software Quality Assurance ist seereneTM, mit der den Verantwortlichen der Softwareentwicklung anhand von Softwarekarten ein Gesamtüberblick aller relevanten Informationen der Softwareentwicklung geliefert wird.

Dieser Gesamtüberblick, welcher auch Code-Risiken und Entwickleraktivitäten betrachtet, basiert auf den projektrelevanten Daten aller zur Verfügung stehenden Quellen, die mit Hilfe von Data-Mining-Methoden in Echtzeit analysiert werden. Dank der Aufbereitung als Stadtmodelle in Kartenform lässt sich dann auf einen Blick der Handlungsbedarf aufgrund von Software-Risiken erfassen und eine gezielte Qualitätssicherung anstoßen.

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